SONNTAGSGRUSS

SONNTAGSGRUSS am 05.04.2020

Liebe Gemeindemitglieder!

Ich grüße Sie zur sonntäglichen Gottesdienstzeit am Palmsonntag, dem Sonntag am Beginn der Karwoche. Üblicherweise ein Tag der Brauchtumspflege, vor allem in der katholischen Kirche, der Palmkätzchen und der Umzüge, ist es heute still geworden. Der heutige Psalm 69 weist bereits auf das Passions-Geschehen hin, der Predigt-Text erzählt aber von einem kurzen Innehalten vor dem großen Ereignis:

Markus 14 3-7

3  Als Jesus in Betanien war, im Hause Simons des Aussätzigen und saß zu Tisch, da kam eine Frau, die hatte ein Alabastergefäß mit unverfälschtem, kostbaren Nardenöl, und sie zerbrach das Gefäß und goss das Öl auf sein Haupt. 4 Da wurden einige unwillig und sprachen untereinander: Was soll diese Vergeudung des Salb-öls?
5 Man hätte dieses Öl für mehr als dreihundert Silbergroschen verkaufen können und das Geld den Armen geben. Und sie fuhren sie an.
6 Jesus aber sprach: Lasst sie! Was bekümmert ihr sie? Sie hat ein gutes Werk an mir getan.
7  Denn ihr habt allezeit Arme bei euch, wenn ihr wollt, könnt ihr ihnen Gutes tun, mich aber habt ihr nicht allezeit.

Jetzt haben sie wieder Saison, alle jene, die für andere wissen, was gut und richtig ist. Es ist so herrlich einfach, aus der sicheren Deckung das Verhalten anderer zu beurteilen, da ist man immer auf der richtigen Seite. Diese Frau, die sich in die entspannte Männerrunde drängt, was ist das nicht für eine unmögliche Person!  Ein ganzes Jahr hätte eine Familie von dem Wert des Öls leben können, und sie verschwendet das Alles mit einer einzigen großen Geste.

Jesus erteilt diesem selbstgerechten Urteil eine deutliche Absage. Niemandem helfen weise Lehren, es kommt auf Taten an, auf Taten, groß oder klein, die das Zeichen einer inneren Einstellung sind. Gott sucht das Herz, nicht den Verstand, das spontane Schenken aus Liebe, nicht einen kalkulierten Hilfsplan, den andere umsetzen müssen.

Gerade jetzt spüren wir am Verhalten vieler Menschen dieses Mitleiden und Fürsorge. Vielfach sind es wieder Frauen, die das Leben in Zeiten der Infektion am Laufen halten. Es sind Frauen, deren Berufe in normalen Zeiten oftmals keine besondere Achtung und Respekt entgegengebracht wird. Es wäre schön, würde für diese Menschen auch der Satz gelten, den Jesus über die ungenannte Frau des Predigt-Textes spricht: Es wird nicht vergessen werden, was sie getan haben.

Ich wünsche Ihnen das Vertrauen darauf, dass Gott uns auch in schwierigen Zeiten nicht verlässt. Jesus Christus, der uns so sehr liebt, dass er sich der Folter, der Erniedrigung und dem Tod ausgeliefert hat, er wird uns auch jetzt nicht vergessen.

Der Herr segne dich und behüte dich! Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig! Der Herr wende dir sein Angesicht zu und gebe dir Frieden!

Ihr Lektor Johannes Ramharter

Sonntags ist Pfarrerin Ulrike Nindler bis 12.00 Uhr telefonisch für Sie da,
und ebenso steht sie unter der Woche gerne für Telefongespräche oder E-Mail Kontakt zur Verfügung:
Ulrike Nindler 0699/188 77 325, tulln @evang.at)

 


Ich lade Sie ganz herzlich zum Mittagsgebet der evang. Kirche in Ö
täglich um 12.00 Uhr ein:

TÄGLICHES MITTAGSGEBET

Bleiben Sie bitte mit den Menschen in medialem Kontakt und nehmen Sie den Dienst am Nächsten wahr!
Ich wünsche Ihnen Gottes Segen!
Ihre Pfarrerin  Ulrike Nindler

Evangelische Pfarrgemeinde A.u.H.B. Tulln

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